TIGRIS REBELLEN

Ein Dokumentarfilm über ein kurdisches Dorf in der Türkei,
das gegen seine Unterdrücker – feudale Großgrundbesitzer,
die Armee und der Bau eines Wasserdamms – seit über 40 Jahren rebelliert.

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Trailer & SzenenDeutschland Filmtour 2017

Film Tour Deutschland 2017

Mittwoch

13.09 – 20 Uhr

Bremen

Kioto / Lagerhaus
Schildstr. 12-19
28203 Bremen

Gespräch mit Nedim Hazar
Moderation: Henning Bleyl (Heinrich Böll Stiftung Bremen)

Donnerstag

14.09 – 19 Uhr

Münster

Cinema
Warendorferstr. 45-46
48145 Münster

Kooperation mit Debatte e.V.
und Initiative „Perspektive Rojava Münster“

Gespräch mit Nedim Hazar
Moderation: Wilhelm Achelpöhler

Freitag

15.09 – 20 Uhr

Oberhausen

Kino im Walzenlager
Hansastraße 20
46049 Oberhausen

Kooperation mit Ruhrwerkstatt Kultur-Arbeit im Revier e.V.

Gespräch mit Nedim Hazar
Moderation: Ruhrwerkstatt e.V.

Montag

18.09 – 19:30 Uhr

Göttingen

Kino Lumière
Geismarlandstraße 19
37083 Göttingen

Kooperation mit alsharq e.V. und Gesellschaft für bedrohte Völker

Gespräch mit Nedim Hazar
Moderation: Christoph Dinkelaker (alsharq)

Dienstag

19.09 – 20:30 Uhr

Mainz

CinéMayence im Institut Français
Schillerstraße 11
55116 Mainz

Gespräch mit Nedim Hazar

Moderation: Tillmann Schröder (Heinrich-Böll-Stiftung RLP)

Mittwoch

20.09 – 18 Uhr

Hannover

Kino am Raschplatz
Raschplatz 5
30161 Hannover

Gespräch mit Nedim Hazar
Moderation: Franziska Wolters (Stiftung Leben & Umwelt)

Donnerstag

21.09 – 18 Uhr

Halle (Saale)

Zazie Kino Bar
Kleine Ulrichstraße 22
06108 Halle Saale

Gespräch mit Nedim Hazar
Moderation: Rebecca Plassa (Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt)

Freitag

22.09 – 19 Uhr

Lüneburg

SCALA-Programmkino + Medien GmbH
Apothekenstraße 17
21335 Lüneburg

Kooperation mit JANUN Lüneburg e.V. im Rahmen des Eine Welt-Promotor*innen-Programms

Gespräch mit Nedim Hazar
Moderation: Franziska Wolters (Stiftung Leben & Umwelt)

Montag

25.09 – 19 Uhr

Rostock

Li.Wu.
FRIEDA 23
Friedrichstr. 23
18057 Rostock

Kooperation mit Lichtspieltheater Wundervoll
im Rahmen der Kurdischen Filmtage

Gespräch mit Nedim Hazar

Mittwoch

27.09 – 19 Uhr

Augsburg

Liliom Kino
Unterer Graben 1
86152 Augsburg

Gespräch mit Nedim Hazar

Donnerstag

28.09 – 20 Uhr

Göppingen

Club Mambule
Dietrich Bonhoeffer Haus
Ulrichstraße 29
73033 Göppingen

Kooperation mit Open End  – Kommmunales Kino Göppingen e.V.
und Amnesty International Lokalgruppe Göppingen

Event im Rahmen Interkulturellen Wochen der Stadt Göppingen

Gespräch mit Nedim Hazar
Moderation: Henrike Narr (Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg)

Freitag

29.09 – 19:30 Uhr

Berlin

Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstr. 8
10117 Berlin

Gespräch mit Izzettin Yilmaz (Bewohner des kurdischen Dorfes Schkefta) und Nedim Hazar

Film Synopsis

1978 erklärten feudale Großgrundbesitzer einem kleinen Dorf in den kurdischen Gebieten der Türkei den Krieg. Sie wollten sich die Ländereien der Dorfbewohner aneignen, die wenige Jahre zuvor noch in Höhlen lebten.  Die Bauern aber setzten sich zur Wehr. Damit begann die unendliche Rebellion der 380 kurdischen Bewohner von Schkefta am Fluß Tigris.

Die Männer der Großgrundbesitzer belagerten die Schkeftaner über Monate, schossen von der anderen Seite des Flusses auf alles, was sich bewegte. Sie schickten eine Bombe in einem Lebensmittelsack verborgen, der angeblich von Verwandten aus einer Stadt in der Nähe geschickt worden war. Acht Menschen starben; Kinder und Frauen. Die Schkeftaner liessen sich dennoch nicht vertreiben.

Nach dem Militärputsch 1980 wurden nahezu alle Männer von Schkefta verhaftet, eingekerkert und schwer gefoltert, weil sie angeblich PKK-Mitglieder waren. Die Frauen übernahmen die Geschäfte. Als die Männer in den 1990er Jahren freigelassen wurden, forderte die Armee, dass sie “Dorfschützer” werden – Paramilizen gegen kurdische Guerillas. Sie lehnten ab; und erneut wurde das Dorf belagert. Dieses Mal durch die türkische Armee. Diese ist heute immer noch unmittelbar neben dem Dorf stationiert. Die Kommandeure verboten zu Angeln, schränkten die Bewegungsfreiheit der Menschen und sogar Tiere auf das Dorf ein und setzten ein Ultimatum: “Entweder werdet Ihr Dorfschützer oder wir werden das Dorf verbrennen.” Die Schkeftaner schrieben Protestbriefe an politische Parteien und die Regierung; sogar an US Präsident Clinton. Der türkische Unternehmer Cem Boyner intervenierte in Ankara und das Dorf entging knapp der totalen Zerstörung.

Die Bewohner von Schkefta gründeten dann eine Kooperative und kauften einen Bagger um Sand aus dem Tigris zu verarbeiten. Mitten in einer rauhen Landschaft entwickelte sich Schkefta zum vermutlich schönsten Dorf am Tigris. Die Straßen wurden gepflastert,  Abwasserleitungen angeschlossen; das Dorf ist heute umringt von Gärten und Feldern. Dann kam der Bau des Ilisu-Staudamms 60 km flußabwärts. Wenn er in Betrieb geht, dann werden über hundert Dörfer, darunter Schekfta und die benachbarte antike Stadt Hasankeyf überflutet.

In dieser Phase trafen die Schkeftaner mit dem türkisch-deutschen Dokumentaristen Nedim Hazar und seinem Team zusammen. Gemeinsam begaben sie sich auf eine 18-monate-lange Filmreise, angefangen von ihrer eigenen Geschichte, über Ereignisse des armenischen Volksmordes, wie sie von ihren Vorfahren übermittelt worden waren, bis hin zum Krieg in Syrien und der aktuellen autoritären türkischen Politik. Mit Stationen u.a. in einem irakisch-kurdischen Flüchtlingslager und dem damals umkämpften Kobane erzählt dieser Film die Geschichte von einfachen Menschen, die darauf bestehen – wie der Dichter sagt – zu “Leben! Frei und einzeln wie ein Baum, brüderlich wie ein Wald.”

Dieser Film entstand nach einer Idee von
ULRIKE DUFNER

Autor und Regisseur

Geboren 1960 in Ankara, aufgewachsen in Sydney-Australien und Istanbul, lebte Nedim Hazar in Köln zwischen 1980 und 2003.

Er war wurde Ensemblemitglied der Ruhrfestspiele Recklinghausen für drei Jahre und spielte in verschiedenen TV- und Kinofilme. Der Durchbruch seiner Ethnorockband “Yarinistan” in Deutschland brachte ihn auf eine musikalische Dauertour zwischen London und Alma Ata zwischen 1987 und 1994. Zwischen 1994 und 2003 arbeitete er für den WDR Radio und Fernsehen. Mit seiner ersten Doku bekam er 1997 den ersten Preis beim Dokufestival in Krakau. Seinen ersten 90-minütigen Doku “Zuflucht am Bosporus” drehte er 2001 für das Kleine Fernsehspiel von ZDF – 3Sat.

2003 ging Hazar nach Istanbul, wo er bis Mai 2013 für das türkische Nachrichten und Dokusender NTV arbeitete und Dutzende von Dokus zur Primetime drehte, welche breites Medien-Echo, hohe Ratings sowie Preise erzielten; u.a. Doku-Serien wie “Die Türkei in Bewegung”, “Das Tal”, “Die Hintergrundmusik unseres Lebens”.

Am Vorabend der Gezi-Proteste wurde er von NTV entlassen. 2014 drehte er “Unsere Inseln”, ein Musikdoku über die nicht-muslimischen Minderheiten der Türkei. Der Film lief im Kino in Istanbul und in Doku-Festivals, u.a. in New York und Rom.

Siehe nedimhazar.com für seine Filmografie.

Film-Team

MUSIK

ADAM HURST
(worldcello.com)

PRODUKTION

Kamera:
KADİR YÜCEL

Regie Assistent:
OZAN OZAN

Line Producerin:
GÜLŞİN KETENCİ

Tonaufnahme:
BÜLENT YURTTAŞ
ERKAN AKPINAR

Assistent:
ÇEKDAR KANDEMİR

Übersetzung:
SEHRETE BOZKUR

POST-PRODUKTION

Schnitt:
NEDİM HAZAR

Redaktionelle Unterstützung:
MAHMUT KELEŞ

Sound Design:
UMUT ŞENYOL

Coloring:
İLKER ÇEVİKKAYA

Übersetzung:
ULRIKE DUFNER
ALEX DAWE

BERATER

CAY WESNICK
RIDVAN BAĞIŞ
NEJAT TAŞTAN
ERKAN ŞENSES
EZEL AKAY

wurde unterstützt von

PRODUKTION

Heinrich-Böll-Stiftung (boell.de)

und

phpKt8pBIFreundeskreis
der Heinrich-Böll-Stiftung

POST-PRODUKTION

Diether Alexander Behr, Bernd Robionek

Dr. Diether Dehm, Musikanten Verlag,
Erdal Özyağcılar

Cem Özdemir, Christoph Köhler, Hedwig Fuss, Günther Heinrich, Mehmet Uyargil

IMC-TV, Progetto Mediterranea Italien, KOMKAR e.V. Deutschland, Startnext Deutschland, Atlas Production Istanbul, Kulturforum Türkei-Deutschland

Arif Ünal, Bernd Knopf, Ahmet Uluğ, Brigitte und Thomas Eisele, Tilbe Saran, Peter Köhle, Lale und Cem Mansur, Jürgen Neppert, Jürgen Gottschlich, Feza Özalp, Claudia Roth, Sinan Bayhan, Ton van Zupthen, Biya Han, Florian Theißing, Annette Lui und Thomas Bormann, Luitgard Matuschka, Buğda Savaşır, Wolfgang Lichtenstein, Margit Gottstein, Susanne Raukamp, Christine K., Dorothea Fohrbeck, Ali Mahdjoubi, Dietmar Engelberth, Brita Wagener, Martin Wilk, Christine Şenol, Ömer Erzeren, Jörne Böhme

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